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Dwaj ludzie z szafa (Roman Polanski, 1958)

Beschreibung der Anfangssequenz
Land: Polen; AKA: Zwei Männer und ein Schrank
Regie: Roman Polanski
Darsteller: Roman Polanski, Barbara Kwiatkowska, Jakub Goldberg u.a.
imdb.com

...

Taxonomie: 

Die Kamera zeigt

Die Kamera blickt auf ein Meer. Anfangstitel verschwinden von unten kommend aus dem Bild. Die Szene ist schwarz/weiß. Fliegende Vögel am Horizont. Überblendung. Etwas bewegt sich in Richtung Kamera aus dem Wasser heraus. Die Kamera bleibt starr. Zwei Männer tragen einen Schrank Richtung Strand. Überblendung. Die Kamera blickt auf den Strand. Das Meer bleibt im rechten Bildausschnitt erkennbar. Die Männer mit dem Schrank laufen ins Bildfeld. Die Kamera schwenkt ein kleines Stück nach links. Der Schrank befindet sich genau in der Bildmitte. Sie stellen ihn ab. Der Schrank hat einen Spiegel. Schnitt auf rechten Mann mit Halbglatze, Bart, einem schwarz-weiss gestreiften T-Shirt und einer schwarzen Hose. Er schüttelt sich das Wasser aus den Ohren. Schnitt auf den linken Mann mit Mütze, einem schwarzen T-Shirt und einer weißen Hose mit Hosenträgern. Links ist der Strand zu sehen. Rechts ein Teil des Schrankes. Er schüttelt sich das Wasser aus den Ohren. Die Kamera schwenkt etwas nach rechts. Der linke Mann nimmt den Hut ab und wringt das Wasser heraus. Er betrachtet sich im Spiegel des Schrankes, setzt danach den Hut wieder auf, richtet sich wieder her und wendet sich schließlich nach rechts. Der rechte Mann rückt wieder ins Bild. Sie fangen an zu tanzen. Schnitt. Sie tanzen vor dem Schrank. Schnitt. Die Kamera rückt näher an das Geschehen heran. Die Männer immer noch tanzend. Die Kamera schwenkt zweimal ein wenig nach links und dann wieder zurück um die tanzenden Männer nicht aus ihrem Blickfeld zu verlieren. Der Spiegel im Hintergrund dokumentiert den gegenüberliegenden Blick der Kamera, den sie aus eigener Kraft nicht darstellen kann. Die Kamera schwenkt ein wenig nach links. Der Mann mit der Mütze macht eine Form von Kniebeugen vor dem Schrank. Der andere Mann beobachtet ihn lachend mit der Bauchseite an dem linken Seitenteil des Schrankes lehnend. Die Kamera schwenkt nochmals ein Stück nach links. Der Mann mit Halbglatze macht zuerst einen Purzelbaum von der Kamera weg und dann wieder zurück. Der Mann mit Mütze beobachtet ihn mit dem Bauch gegen die Vorderseite des Schrankes lehnend. Die Kamera blickt auf seinen Rücken. Er hilft dem Mann mit Halbglatze wieder hoch und klopft den Sand von ihm ab. Danach schiebt er ihn rechts aus dem Bildfeld und hebt den Schrank wieder an. Er spricht. Beide heben den Schrank und laufen links aus dem Bildfeld heraus. Die Kamera schwenkt ein wenig nach links. Die Beiden bleiben im Blickfeld der Kamera. Sie gehen davon. Dem Folgend schwenkt die Kamera langsam nach rechts zurück aufs Meer. Überblendung.

Der Zuschauer interpretiert

Die Kamera zeigt. Der Zuschauer nimmt wahr und interpretiert. Über den Blick der Kamera entwickelt man eine eigene subjektive Sicht. Aus dem Gezeigten (Objektivität2) wird innerhalb des Wahrnehmungsprozesses bzw. Denkprozesses eines Zuschauers etwas Gedachtes (Subjektivität). Die Kamera dokumentiert3 und bei der Lektüre des Dokumentierten interpretiert der Zuschauer. In der Konsequenz beeinflusst die Kamera den Blick des Zuschauers in doppelter Hinsicht. Durch das, was sie dokumentiert einerseits und durch das, was sie nicht in ihren Blick nimmt. Die Kamera als technisches Gerät zeigt dem Zuschauer das, was sie aufgenommen hat, gleichzeitig aber auch das, was nicht in ihr Blickfeld gepasst hat und der Zuschauer hat die Pflicht das Gezeigte der Kamera nicht nur als das zu sehen, was dokumentiert wird, sondern gerade auch als das zu sehen, was der Kameramann und der Regisseur der Kamera zur Nahrung gegeben hat. Nicht die Kamera ist das manipulierende Gerät der menschlichen Wahrnehmung, sondern in erster Linie die Macher des Films und des Weiteren der Zuschauer selbst, der sich seiner Verantwortung entzieht das Bild der Kamera differenziert zu betrachten. In der Konsequenz bedeutet das für die zu Beginn beschriebene Szenerie aus einem frühen Kurzfilm Roman Polanskis, dass die Kamera für den Zuschauer nicht die Interpretation und Deutung übernimmt. Im Detail betrachtet tut das auch Polanski selbst nicht, sondern versucht den Blick des Zuschauers so zu lenken, dass er gezwungen ist sich mit dem Gezeigten selbst auseinanderzusetzen und den Bildern eine subjektive Bedeutung zu geben.

(T.O.,31.05.2010)

Quelle und Verweise: 

Dwaj ludzie z szafa, Regie: Roman Polanski, 16mm, Bern: Lichtspiel / Kinemathek Bern 02.12.2009; (Orig. PL 1958).