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Walkabout (Nicolas Roeg, 1971)

Montage in Walkabout
Land: Großbritannien; AKA: Der Traum vom Leben
Regie: Nicolas Roeg
Darsteller: Jenny Agutter, Luc Roeg, David Gumpilil u.a.
imdb.com

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Taxonomie: 

Anhand des Aufsatzes Montage von Béla Balázs aus dem Jahre 1930 und dem Film Walkabout von 1971 werde ich im Ansatz demonstrieren, was Nicolas Roeg in seiner Filmmontage charakterisiert und welche Assoziationen die Bilderfolgen auslösen können.

Im Film genügt auch die bedeutungsvollste Einstellung nicht, um dem Bild seine ganze Bedeutung zu geben. Diese wird letzten Endes von der Position des Bildes zwischen den anderen Bildern entschieden.1

Sinnbildlich für die Montage von Nicolas Roeg ist, dass sie sich sowohl klassisch auf das Bild, vor allem aber auch auf den Ton bzw. die Musik auswirkt. Das harmonische Zusammenwirken von beiden Elementen ist keineswegs gegeben. Am Anfang des Films Walkabout wirken Didgeridooklänge der Aborigines der rasanten Lebensweise der Zivilisation entgegen. Dieses gegeneinander Wirken steht Symbolisch für den ganzen Film und deutet auf die Diskrepanz zwischen der Zivilisation und dem australischen Busch. Die Bilder stehen also in keiner Harmonie zu der Musik, zumindest hinsichtlich unseres kulturellen Verständnisses.
Der erste Schnitt in die australische Wüste und die Klänge der Ureinwohner lassen schon erste Assoziationen für die darauf folgende Handlung zu. Balázs spricht in diesem Zusammenhang von einer unproduktiven, d.h. ordnenden und einer produktiven Montage. Letzteres finden wir bei Roeg immer wieder, denn er versucht bewusst durch den Schnitt Bedeutungen und Assoziationen hervorzurufen.

Die Montage kann uns Gefühle, Bedeutungen, Gedanken assoziieren lassen, die uns anschaulich werden, ohne selber sichtbar zu sein.2

Sehr deutlich wird diese Assoziations- und Deutungskraft, wenn die Beine des 14jährigen Mädchens den Ästen eines Baumes gegenüber gestellt werden. Man assoziiert und stellt dadurch mit dem Wissen der schon gezeigten Bilder fest, dass der Aborigine sich von dem Mädchen sexuell angezogen fühlt, er sie anfängt zu begehren. Es handelt sich um eine „Montage-Technik des Erratenlassens“3. Da uns über die fremde Sprache des afrikanischen Ureinwohners auf seinem Walkabout nichts transportiert wird und uns sein werbendes Verhalten, sein ritueller Tanz, genauso Angst einflößend und uneindeutig erscheint wie am Ende des Films dem jungen Mädchen, können wir nur über den Schnitt deuten, dass der Aborigine aufgrund seiner unerwiderten Liebe stirbt. „Die Montage suggeriert das Gleichnis“4. Der Zuschauer weiß letztendlich mehr als die Charaktere. Den Selbstmord ihres Vaters können sie nur erahnen. Die Bilder des ausgebrannten Autos und der im Baum hängenden Leiche sind nur für den Betrachter erkennbar.

Abschließend bleibt für mich persönlich zu erwähnen, dass gerade die Filme von Nicolas Roeg und besonders Walkabout von seiner Montage lebt. Der Film wird dadurch lebendiger und erhält des Weiteren durch seinen oftmals uneindeutigen Charakter eine mystische Ebene, die sich wiederum mit der Thematik verweben lässt. Auf jeden Fall fällt es mir schwer in jeder Bild- und Tonmontage einen möglichen Zusammenhang zu suggerieren. Doch gerade dieser Aspekt macht, für mich, die Magie dieses Filmes aus.

(T.O., 04.02.2008)

Quelle und Verweise: 

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