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Cultur

Cultur besteht aus unzähligen Facetten und kann in zahlreichen Varianten konsumiert werden. Ein bewusst ästhetischer Konsum findet dabei zu selten statt. Die Reflexion und Kontemplation, die kulturelle Inhalte und Erfahrungen auslösen können, sind ein kreativer Nährboden für jedes Individuum. Das Individuum nimmt diesbezüglich eine ganz subjektive Perspektive auf Kultur ein. Diese Perspektive ist durch verschiedene Konstanten bestimmt und beeinflusst wie beispielsweise Gemütslage, Vorwissen, Interesse, kulturelle Hintergründe und (soziale) Situation, in der man Kultur konsumiert. Dadurch formulieren sich ständig neue Eindrücke und Assoziationen, die unvorhergesehene Ergebnisse liefern können. Die Idee dieses Kulturbuchs ist es, kulturellen Konsum im Alltag zu dokumentieren und in der Folge assoziativ zu reflektieren. Darüber soll die Ambiguität von Kultur im Allgemeinen versinnbildlicht und dargestellt werden. Insbesondere aber ist es das Anliegen, das Medium Film als die Basis dieses ständig andauernden Prozesses zu verstehen. Film nicht deshalb, weil es als Kunstform bedeutend hervorgehoben werden soll. Film ist ein gleichwertiger Teil aller kultureller Phänomene. Sondern Film deshalb, weil die Perspektivierung darauf einen spezifischen Ausgangs- und Interessenspunkt der Herausgeber dieses Projekts darstellt. Nicht mehr. Nicht weniger.

Die Grundlage dieses Kulturbuchs ist eine Form von Protokoll. Direkt nach der Lektüre eines kulturellen Ereignisses oder eines kulturellen Produkts werden Eindrücke und Assoziationen zu Papier gebracht. Danach dienen diese Notizen als Basis für eine kurze Reflexion über einen bestimmten Aspekt und eine bestimmte Assoziation von Kultur. Interdisziplinarität der kulturellen Bereiche ist diesbezüglich ein großes Anliegen. Mit Hilfe eines Schlagwortsystems sollte diese Vernetzung in spezieller Weise ersichtlich werden. Die stetige Ergänzung und Erweiterung der Inhalte dieses Kulturtagebuchs ist ein kennzeichnendes Prinzip von Kultur, die sich in einem ständigen Wandel und in den einzelnen Phänomen einer steten Distinktion befindet.

Jedwede Reflexion zielt darauf ab über den Text hinaus neue Assoziationen und Gedankenprozesse auszulösen. Dabei dienen Verweise und Materialien als Reizelemente für das Denken. Idealerweise regt ein bestimmter Text oder eine Folge von Texten zum kulturellen Konsum des jeweiligen Produkts an bzw. eröffnet die Lektüre eine weiterführenden Diskurs. Diese Dokumentationsplattform kann aber auch vollkommen anders verstanden und genutzt werden. Der Lektüre und Anwendung sollen keine Grenzen auferlegt sein.

Im Kontrast zur Kategorie Cinematographie, in der ein wissenschaftlicher Ansatz angestrebt ist, der auf konkreten Forschungen und Recherchen beruht, kann eine Situation entstehen, die sich mit einem Film auf mehrfache Weise in divergierender Form auseinanderzusetzen möglich macht.