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Fritz Lang. Ich bin ein Augenmensch. Die Biographie (Norbert Grob, 2014)

„Es gibt keine Gegenwart ohne direkten Bezug zur Vergangenheit. Und es gibt keine Vergangenheit, die ohne – oft negative – Folgen bleibt für Gegenwart und Zukunft.“ (S. 130)

Wer oder was ist Fritz Lang?! Ein Augenmensch konstatiert Norbert Grob. Das offenbart Untertitel und Einband. Zwischen den Buchdeckeln 447 Seiten eine Narration der Bekräftigung dieser These. Natürlich könnte der Untertitel anders und doch treffend sein, aber mit Langs eigener Aussage, dass er ein Augenmensch sei, als Aufmacher des Buchs lassen sich die Kernthemen von Grobs Biographie signifikant in Beziehung setzen: Fritz Lang ist in erster Linie Beobachter der Welt in der er sich aufhält – akribisch, detailliert, besessen! In zweiter Linie ist er ein raconteur, wie ihn George Cukor auf der Reise von Paris nach Amerika kennen lernte und ihn retrospektiv beschrieb. Grobs Biographie ist voll von solchen Anekdoten und Geschichten, die das Leben und die Person Fritz Lang im Blickpunkt hat. Der Fokus auf seine Filme kann an dieser Stelle nicht zweitrangig sein: „Kino ist kein zweites Leben – es ist mein eigentliches.“ (Rückseite des Einbandes) Grobs Buch ist neben Biographie also auch Filmgeschichte durch und durch. Frieda Grafe schreibt in Für Fritz Lang. Einen Platz, kein Denkmal, dass es ein Geschenk ist mit Fritz Lang eine Persönlichkeit des Films begreifen zu können, die von Beginn an bis weit über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus das Medium entwickelt, revolutioniert hat und noch heute mit seinem zu prägen im Stande ist. Norbert Grob gelingt mit seiner Monographie ein entscheidendes Puzzlestück zu Fritz Langs Leben und Werk – flüssig, präzise, klar. Oszillierend zwischen Langs Problemen und Lösungen in seinen Welten in Deutschland, Paris und Hollywood gelingen Grob einige bemerkenswerte Passagen zu Lang. Allen voran das einleitende Kapitel zu Langs und Adornos Freundschaft, die ein Leben lang bestand und insbesondere der Abschnitt zu seinem Film Liliom, der andernorts zu oft marginalisiert wurde. Insgesamt bietet die Biographie aufgrund ihrer Verwobenheit mit den Krisen der jeweiligen Zeit auch europäische Exilgeschichte. (T. O.)

Quellen und Verweise: 

Norbert Grob, Fritz Lang. Ich bin ein Augenmensch. Die Biographie, Berlin: Ullstein 2014;
Video 1: "Godard e Lang - Conversazione", youtube.com, https://www.youtube.com/watch?v=Sm4q-gtUH7Q, 23.02.2015;
Video 2: "'Le Mépris' - Camille Thème, 'Contempt', Georges Delerue [HD]", youtube.com, https://www.youtube.com/watch?v=NWPZerdwKLE, 23.02.2015;
Vgl. Frieda Grafe, „Für Fritz Lang. Einen Platz, kein Denkmal“, Licht aus Berlin. Lang, Lubitsch, Murnau und weiteres zum Kino der Weimarer Republik, Hg. Enno Patalas, Berlin: Brinkmann & Bose 2003; S. 18–62.