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American Sniper (Clint Eastwood, 2014)



Land: USA
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Bradley Cooper, Sienna Miller, Kyle Gallner u.a.
imdb.com

Als Europäer ist die amerikanische Seele seit 9/11 etwas, das schwer greifbar ist. Die Kriege in Afghanistan und dem Irak haben Europa und Amerika zutiefst gespalten. Faktisch reagiert ein amerikanisches Publikum auf ein Thema wie in American Sniper in einer besonderen emotionalen Bindung. Chris Kyle zieht als Teil der Spezialistentruppe Navy SEALS in den Krieg und verteidigt sein Land und seine Werte so gut, dass er Stück für Stück von seinen Kollegen in einen Legendenstatus gehoben wird. Clint Eastwood inszeniert mit diesem Film ein hochaktuelles und für das amerikanische Volk traumatisches Thema und eine besondere Biographie, die eine große Gefahr der Heroisierung und plakativen Überzeichnung von Leistungen im Krieg mitbringen. Eastwoods Film ist glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt dieser Gefahr verfallen. Die Heroisierung von Kyle findet nicht im Film statt, nur in den Köpfen des Zuschauenden. Die Inszenierung wirkt entgegen dessen und doch entscheidet sich Eastwood diese Geschichte zu erzählen – ein schmaler Grat. Aber genauso schmal ist der Grat der Kritiker, die Eastwood hier eine kriegsverherllichende Inszenierung unterstellen wollen. American Sniper zeigt einen Krieg der sinnlos, willkürlich und heroisierend ist: für über 160 Morde wurde Kyle mehrfach ausgezeichnet und gerühmt. Sein Patriotismus geht über das Normalmaß hinaus, stets an Pflicht gegenüber Land und Kameraden denkend. All das ist Thema des Films, weil es Teil dieser Biographie ist, nicht mehr aber auch nicht weniger. Eastwood zeigt aber auch und in erster Linie Kyles Rücksichtslosigkeit gegenüber seiner Familie, den Drill im Trainingscamp und die Wurzel seiner Begeisterung für den perfekten Schuss: im tiefsten Texas lernt er noch von seinem Vater wie man tötet und sich darüber freuen kann. Das ist Eastwoods Film, ein Zeigen, kein Werten, keine Moral und Ethik. Die Meinung zu dem Krieg hat sowieso schon jeder für sich, aber diese sollte man nicht gleichsetzen mit der Meinung über den Film. Das Ende und das verwendete Material im Abspann sprechen Bände! (T. O.)

Quellen und Verweise: 

American Sniper, Regie: Clint Eastwood, DCP, Dijon: Devosge 16.02.2015; (Orig. US 2014).