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Shame (Steve McQueen, 2011)



Land: Großbritannien
Regie: Steve McQueen
imdb.com

Brandon ist identitätslos und gleichzeitig tief verwurzelt in einer Vergangenheit, die zum Großteil undeutlich bleibt: ein Ire in New York. Nicht nur der Immigrationshintergrund, sondern vielmehr die Abgründe von Kindheit und Familie – konkret ausgeklammert, nur angedeutet – definieren seinen Charakter (nicht Erzähltes als Identifikationsmerkmal). Der Verlust von der Fähigkeit konkreter Inanspruchnahme zwischenmenschlicher Beziehungen negiert sich in der Abkapselung und Verführung vom Inseldenken im Phänomen Großstadt. Brandon ist identitätslos, weil sein glattgebügelter und frisch rasierter Alltag nur den Schematismus von pornografischen Bilder und Tönen sowie zwanglosen Realitäten kennt. Er ist identitätslos, weil er selbst beim Versuch Beziehungen aufzubauen in Nullkommanichts in sein altes Denkmuster verfällt. Er ist identitätslos, weil er die Beziehung zu seiner Schwester zu negieren versucht. Er ist identitätslos, weil er tiefer und tiefer gesellschaftlich eindringt in Abgründe und identitätsloser Sexualität. Er formuliert in seinem Alltag ausschließlich Negationen. Das scheint viel weniger mit dem Phänomen Großstadt, als mit seiner Immigrationsgeschichte zu tun, seiner verborgenen Kindheit. Insofern ist New York trotzdem Dreh- und Angelpunkt im Sinne einer Identität der Stadt, die so hoch hinausgeht und so tief nach unten reicht; gleichzeitig völlige Einsamkeit produzieren kann. Die besonderen Momente sind in diesem Depressionsfilm demnach jene, die Emotionen beim Zuschauenden evozieren – Mitgefühl, Mitleid, mittelbar mit sich selbst. Brandon begreift seine Situation, versteht die Abstoßung seiner Schwester und seine gleichzeitige Verantwortung: Essenz des Films. Familie bindet und emotionalisiert. Oder Brandon mit seiner Arbeitskollegin im Hotelzimmer begreift, dass dieser Sex mit Identität für ihn überhaupt nicht mehr möglich ist. (T. O.)

Quellen und Verweise: 

Shame, Regie: Steve McQueen, BluRay, Kriftel: 26.08.2013; (Orig. UK 2011).
Vgl. Martin Schwickert, "'Er schafft sich durch die Sexsucht sein eigenes Gefängnis'", Zeit Online 29.02.2012, http://www.zeit.de/kultur/film/2012-02/iv-steve-mcqueen, 06.04.2014.