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Night of the Hunter, The (Charles Laughton, 1955)



Land: USA
Regie: Charles Laughton
imdb.com
Taxonomie: 

Erste Lektüre: Überhöht und aufs Höchste stilisiert stochert, nein stolziert Robert Mitchum dem lieben Geld hinterher. Ich liebe dich. Ich hasse dich. Oh du lieber Gott. LOVE | HATE. Rechte Hand und linke Hand. Oh du lieber Gott. In Gestik und Mimik; in den inszenierten Charakterzügen konterkariert Robert Mitchum sich selbst – bösartig, locker, süffisant, besessen. Dieser Film geht über Grenzen hinaus, lotet jeden Winkel des Filmbildes auf Teufel komm raus aus – expressionistisch, schattig, weich. Alles passt zusammen und stößt sich wieder ab. Alles ergibt sich einem Guss aus zwei Gegenpolen: Schwarz | Weiß; LOVE | HATE; Leben und oder Tod. Faszinierender Film: Schattierungen auf der Wand ergeben über dem Bett eine pyramidenförmige Kirche; das Schlafzimmer ein Altar des Fehlinterpretierten Glaubens. Welcher Glaube? Welches Leben? Gesänge in der kontrastreichen Landschaft durchdringen die die Charaktere. Magische Momente. Magisches Zusammenspiel aller filmischen Elemente. (T. O.)

Zweite Lektüre: Schwarz und Weiß... Das ist der Film vom Material her und die gesamten Diskurse im Film lassen sich als oder in schwarz/weiß Tönen beschreiben: Schwarz ist der Hass, weiß ist die Liebe. Die biblische Konnotation ist offensichtlich und wird in vielschichtiger Hinsicht durchexerziert. Robert Mitchum als Harry Powell gibt mehrfach seine Geschichte seiner christlich argumentierten Kain und Abel Welt zum Besten – reines Schwarz-Weiß Denken. Hate und Love ergeben zusammen gesetzt das Weltbild von Powell, auf seinen beiden Händen über Tattoos verewigt. Seine Realität besteht aus reinem Hass, reiner Gier und das Morden macht selbst vor Kinderbeinen nicht Halt, zumindest die Mordabsicht ist omnipräsent. Skrupellos und verführerisch manipulativ steuert Powell durch das Land, auf Menschenjagd. Mehr bietet der Charakter nicht: Powell als personifiziertes Böses. Zunächst versucht er das durch seinen Charme zu kaschieren, dann lässt er die Maske fallen. Sein Gegenspieler ist der kleine junge John mit seiner noch kleineren Schwester Pearl und ihrer Puppe, in der sich 10000 Dollar befinden, auf die Harry Powell scharf ist. Die Gier des Reichtums. Im Grunde eine simple Konstellation und doch hoch komplex, provokant, bezeichnend. Charles Laughton dreht einen Meilenstein und es bleibt als Regisseur seine einzige Arbeit. Das mindert nicht die Bedeutung des Films. Kompositorisch ist Schwarz/Weiß auf dem Höhepunkt, ob der Farbe willen und ihrer Funktion als Handlungsentwickler. Die Nacht des Jägers ist in seinen Schattenspielen schablonenhaft durchkomponiert. Durch und durch schematisch: ein mathematisches Schachspiel. Die Musik als diegetische und extradiegetische Form in ihrer Essenz ein reines Kommentar – übertrieben im Kontrast. (T. O.)

Quellen und Verweise: 

Erste Lektüre: The Night of the Hunter, Regie: Charles Laughton, 35mm, Wien: Österreichisches Filmmuseum 14.12.2011; (Orig. US 1955);
Zweite Lektüre: The Night of the Hunter, Regie: Charles Laughton, DVD-Video, Kriftel: 29.05.2014; (Orig. US 1955).