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Do Animals Cry (Meg Stuart, 2009)

Taxonomie: 

Während der Aufführung hatte Ich solche Lust meine Gedanken nieder zu schreiben. Das ist wohl auch ein bisschen das Problem. Niemals kann Ich all das fassen, was Ich in der Aufführung gedacht habe. Naja. Versuch. Die Zuschauer sind scharenweise rausgegangen und man kann das irgendwo nicht verstehen. Das macht einen auch irgendwie unruhig. Man ist doch so gefangen von dieser Tanzperformance. Der Ausdruck des Körpers. Das ist hier auch gesprochene Sprache. Es gibt zwar auch das gesprochene Wort als diese Form von Sprache, aber der Körper dominiert. Auch Laute. Geräusche. Die ja unweigerlich vorhanden sind und einen auch mitreißen, hineinreißen in dieses Konstrukt, in diese Choreografie. Die ja definitiv eine Art der Choreografie ist, in dem sie ihre Struktur offen legt und unterläuft. Sie destruktuiert. Ich habe mich so hineingezogen gefühlt, berührt, konnte fast verstehen, was sie auszudrücken versuchten. In ihrem ganzen individuellen Ausdruck. Das ist schon bemerkenswert. Diese Musik. Die uns erst mitreißt und uns dann mit diesen Figuren in der Stille alleine lässt. Ja. Fast verloren. Einsam. Und die Figuren sind ja auch so einsam. Genau wie wahrscheinlich Ich mit meinem Gefühl der Zugehörigkeit. Weil das soll man ja eigentlich nicht. Das wird ja gerade unterlaufen. Das soll ja destruktuiert werden. Zerstört. Verstört. Ja. Man ist natürlich als Zuseher auch verstört. In seinen Erwartungen vielleicht enttäuscht. Sie wurden ja auch zerstört. Da kann man schon enttäuscht sein und diese Erwartungen was sind die? Will Ich etwas sehen, was Ich interpretieren muss? Wo es eine Wahrheit gibt? Oder kann Ich mich einfach nicht auf Neues einlassen? Kann Ich es nicht wirklich versuchen mich einzulassen auf dieses Experiment gegenüber meiner Wahrnehmung. Das was Ich sinnlich wahrnehmen kann und das was Ich fühle. Natürlich lacht man. Erkennt Szenen. Bewegungen. Topois für sich aus seinem Alltag wieder. Und irgendwie war mir auch ungemein heiß zwischenzeitlich. Der Schweiß der Figuren als mein eigener Schweiß. Meine eigene Körperperformance, die ja vielleicht auch eine ist, weil Ich diesen Körper in seiner Unruhe ja auch beruhigen muss, weil Ich ihn kontrollieren muss in meinem aufgerüttelt sein. Ja. Das muss man schon machen. Und was noch. Was spürt man noch? Mittrommeln wollen. Anschreien wollte Ich und die anderen Zuschauer zurechtweißen sollte Ich. Ich sie festhalten. Aufhalten. Genauso mitreißen. Weil Ich ja selbst so fasziniert davon bin. Das Stück was Ich sehe ist auch gleichzeitig das Stück, was Ich fühle. (T.O.)

Quellen und Verweise: 

Do Animals Cry, Regie: Meg Stuart, Wien: Wiener Festwochen 2010. MQ Halle G 20.05.2010.