Twitter RSS Flickr

Robert Mitchum

Ein Schuss von der gegenüberliegenden Flussseite. Im Folgenden: Ein Schusswechsel zwischen Mann und Frau – emanzipatorisch, erotisch, eigenwillig... Der Mann bleibt freilich der Sieger, der Westernheld... Der Mann ist Robert Mitchum. Der Film ein Western von Robert Wise, diesem amerikanischen Regisseur – er fühlt sich in jedem Genre zu Hause. Die Motivik auf der Handlungsebene schildert eine wohlbekannte Situation des Überlaufens aus moralisch wertvollen Gründen. Freude im Film durch den wohl besonnenen Witz von Mann und Frau, die im Kino wirkt – trotz aller freilich vorhandenen Prüderie; wir sind im Jahre 1948. Mehr als das bleibt von der Handlungsebene nicht übrig. Anders das Schauspiel von diesem Robert Mitchum, mein erster Film! Soweit ich mich erinnern kann. Ganz wunderbar sticht er aus dem Kreis der restlichen Figuren heraus. Ganz wunderbar fügt er sich darin ein, um schlussendlich wieder auszubrechen. In einer bemerkenswert eindringlichen Art und Weise, die in Erinnerung bleibt. Er scheint umher zu schleichen mit der Gewissheit überlegen zu sein – das ist im Film ganz sicher so. Er ist ein moralischer Landstreicher – süffisant locker, gewaltbereit, liebevoll. Er ist er selbst. So wirkt es zumindest. (T.O.)

Als Cowboy durchs Leben gehen, als Arbeiter aus der Farm. Das ist hier das Konventionelle. Und oder als Rodeo-Cowboy in der Arena. Das ist hier die lasterhafte Lust sein Leben zu riskieren. In diesem Sinn offenbart der Film durchaus eine gesellschaftliche, soziale Studie über das Rodeoleben und die Unvereinbarkeit von seriösen Absichten. Wenn überhaupt kann der Tod Blickwinkel ändern, variieren. Wenn überhaupt. Trotz all dieser Kritik besticht der Film vor allem durch die humoristischen Elemente und Charaktere. Da gibt es einen verrückten Geschichtenerzähler. Da gibt es aberwitzige Machtkämpfe zwischen Mann und Frau; Frau und Frau; Mann und Mann. Alles spielerisch in die Handlung eingewoben. Die sogenannte ehrliche Arbeit als hartes Leben. Das Rodeoreiten als Möglichkeit zum schnellen Geld und ausschweifenden Lebensstil. All das steckt in dieser Inszenierung mit Robert Mitchum, der auf der Suche nach geordneten Verhältnissen ist. Aber vorher noch einmal das große Geld. Dann die große Liebe. Doch alles nichts für diesen Vollblut Rodeo-Cowboy – ruhig, stoisch, gelassen. Eine Illusion. Trotzdem voller Eleganz und Gutmütigkeit. (T.O.)